Hund allein zu Hause: Tipps gegen Trennungsangst
Hunde sind Rudeltiere – das Alleinsein ist für sie nicht natürlich. Besonders Tierheimhunde haben oft Verlustängste. Doch mit geduldigem Training kann fast jeder Hund lernen, ein paar Stunden entspannt allein zu bleiben.
Wichtig: Erst ankommen lassen
Üben Sie das Alleinbleiben nicht in den ersten Tagen nach der Adoption! Der Hund muss sich erst sicher und zuhause fühlen. Nehmen Sie sich für die Eingewöhnung 2-3 Wochen Urlaub.
Schritt-für-Schritt-Training
Phase 1: Allein im Zimmer (trotz Anwesenheit)
Beginnen Sie damit, Türen hinter sich zu schließen, wenn Sie kurz in einen anderen Raum gehen. Kommen Sie sofort wieder. Ignorieren Sie den Hund dabei – kein Abschied, keine Begrüßung. Es soll das Normalste der Welt sein.
Phase 2: Der Schlüsselreiz
Viele Hunde werden nervös, sobald Sie zur Jacke oder zum Schlüssel greifen. Desensibilisieren Sie diese Reize: Nehmen Sie den Schlüssel, klappern Sie damit, und legen Sie ihn wieder weg. Ziehen Sie die Jacke an und setzen Sie sich aufs Sofa. Der Hund lernt: Schlüssel ≠ Abschied.
Phase 3: Kurzes Verlassen
Verlassen Sie die Wohnung für wenige Sekunden. Warten Sie nicht, bis der Hund jault! Kommen Sie zurück, bevor er Stress zeigt. Steigern Sie die Zeit minutenweise: 1 Min, 3 Min, 5 Min, 2 Min (variieren Sie!).
Tipps für den Erfolg
- Auslastung: Ein müder Hund ist ein entspannter Hund. Gehen Sie vor dem Üben spazieren.
- Kaubeschäftigung: Ein Kong oder Kauartikel kann beim Entspannen helfen (Kauen baut Stress ab).
- Kein Drama: Verabschieden Sie sich nicht emotional. Gehen Sie einfach.
- Radio anlassen: Leise Musik oder Stimmen können beruhigend wirken.
Wann Hilfe holen?
Wenn Ihr Hund in Panik gerät, Türen zerkratzt, unsauber wird oder stundenlang bellt, liegt echte Trennungsangst vor. Hier hilft oft kein normales Training mehr, sondern Sie sollten einen professionellen Hundetrainer konsultieren. Bestrafen Sie den Hund niemals für dieses Verhalten – es ist Ausdruck von Panik, nicht von Trotz!